Die Amerikanische FDA empfiehlt Tabak-Erhitzer

Die US-amerikanische FDA (Food and Drug Administration) ist die landesweite Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten und als solche dem dortigen Gesundheitsministerium unterstellt.

Das Ziel der FDA ist der Schutz und die Förderung der öffentlichen Gesundheit in den USA. Dieser Aufgabe kommt die FDA nach, indem sie die Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteln, Medizinprodukten und Lebensmitteln überprüft sowie öffentliche Regulierungen und Empfehlungen ausspricht.

Dies hat Sie nun vor einigen Tagen auch erstmals im Zusammenhang mit der Risikobewertung von sogenannten elektronischen Tabakerhitzern, genauer bezüglich des am dortigen Markt weit verbreiteten IQOS Systems von Philipp Morris, getan.
Die jahrelangen Bemühungen des Herstellers, welcher eindeutige wissenschaftliche Studien in diesem Zusammenhang protokollierte und der FDA bereits im Jahre 2016 proaktiv zur Verfügung stellte, wurden damit belohnt.

Elektronische Tabakerhitzer reduzieren nachweislich Schadstoffbelastung

Die FDA attestiert dem IQOS, ein im Vergleich zu herkömmlichen Tabakzigaretten „modified risk tobacco product“ (MRTP) zu sein. Also ein Produkt, welches es seinen Nutzern ermöglicht, Tabak auf eine innovative Weise und mit einer signifikant reduzierten Schadstoffbelastung zu konsumieren. Elektronische Tabakerhitzer erlauben es demnach, die Emissionswerte deutlich zu senken.
Dies geschieht dadurch, dass der Tabak nicht, wie bei herkömmlichen Zigaretten üblich, verbrannt, sondern lediglich vergleichsweise schonend erhitzt wird. Während die herkömmliche Tabakzigarette beim Verbrennen des Tabaks Temperaturen von bis zu 900 °C erreicht, heizen elektronische Tabakerhitzer den Tabak lediglich auf zwischen 250 und 350 °C auf.
Diese deutlich niedrigere Temperatur resultiert auch in einer stark verminderten Schadstoffproduktion. So kann die Produktion kanzerogener, also krebserregender Substanzen übereinstimmenden wissenschaftlichen Studien zufolge durch elektronische Tabakerhitzer nachweislich reduziert werden, während die für die Sättigung des Rauchverlangens so wichtige Nikotinfreisetzung konstant bleibt.

In der Konsequenz ist vermutlich auch das Gesundheitsrisiko von Tabakkonsum mit diesen elektronischen Erhitzern weniger hoch.
Das oben genannte „MRTP-Label“ der FDA differenziert jedoch grundsätzlich zwischen einer „Schadstoff-Veränderung“ und einer „Risiko-Veränderung“ hinsichtlich eines durch verschiedene Technologien modifizierten Tabakkonsums.

Gesellschaftliches Umdenken zur Förderung der öffentlichen Gesundheit

Dem IQOS wurde nun, in Übereinstimmung mit zahlreichen wissenschaftlichen Studien, zunächst eine reduzierte Schadstoffbelastung bestätigt. Dass von entsprechend niedrigeren Emissionswerten tatsächlich auch ein geringeres Gesundheitsrisiko ausgeht, ist zwar naheliegend, kann aber aufgrund mangelhafter Studienlage derzeit noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Dennoch ist die FDA zu dem Schluss gekommen, dass die signifikante Veränderung der Schadstoffexposition durch den IQOS als Maßnahme zur Förderung der öffentlichen Gesundheit angemessen ist und voraussichtlich der Gesundheit der Bevölkerung insgesamt zugutekommt, wobei sowohl Konsumenten als auch Nichtkonsumenten von Tabakerzeugnissen berücksichtigt wurden.

Daher empfiehlt die FDA bereits jetzt allen Rauchern, die es nicht schaffen gänzlich auf den Konsum von Tabak zu verzichten, nun vermehrt diese neuen Produkte anstelle von herkömmlichen Zigaretten zu verwenden. 

Diese Einschätzung stellt ein Novum in den USA dar. Nachdem derartige Technologien zur alternativen Nikotin-Aufnahme in den USA zwischenzeitlich vielerorts und rückblickend wie sich zeigte oft zu Unrecht, in Verruf gekommen waren, veranlasst diese Stellungnahme der FDA nun aktuell zahlreiche Medien und auch die weitere Öffentlichkeit zu einem generellen Umdenken bezüglich des Risikos von E-Zigaretten und Tabakerhitzern.

Aktueller Drogenbericht der Deutschen Bundesregierung bestätigt die Einschätzung der FDA

Auch die Institutionen der Deutschen Bundesregierung bewerten regelmäßig die Risiken, welche von dem Genuss verschiedener Substanzen ausgehen und veröffentlichen diese in einem alljährlichen Drogen- und Suchtbericht.

In Bezug auf die Aufnahme von Nikotin kam die Bundesregierung in ihrem aktuellen Bericht aus dem Jahre 2019 zu einem ganz ähnlichen Ergebnis wie die FDA. Der aktuelle Bericht unterscheidet hier die Aufnahme des Nikotins durch TabakzigarettenWasserpfeifenelektronische Tabakerhitzer, wie den IQOS und E-Zigaretten. Es werden sowohl die Schadstoffgehalte der verschiedenen Technologien gemessen, als auch das jeweilige Suchtpotential eingeschätzt sowie die daraus resultierenden gesundheitlichen Risiken interpretiert.

Das Ergebnis ist klar. Elektronische Tabakerhitzer und E-Zigaretten haben im Vergleich zu herkömmlichen Tabakzigaretten und Wasserpfeifen einen deutlich geringeren Schadstoffausstoß. Die E-Zigarette schneidet hinsichtlich der gemessenen Emissionswerte im Vergleich zu allen anderen Techniken – auch in Bezug auf die elektronischen Tabakerhitzer – jedoch mit Abstand am besten ab.

Zudem wird auch das Suchtpotential von der Deutschen Bundesregierung bei E-Zigaretten am geringsten eingeschätzt. Denn beim Dampfen entstehen keine Pyrolyseprodukte, also Stoffe, die bei der Erhitzung und Verbrennung von Tabak zwangsläufig entstehen und in Kombination mit dem aufgenommenen Nikotin das Abhängigkeitspotential zusätzlich fördern.

Auch hinsichtlich einer Bewertung von gesundheitlichen Risiken schneidet die E-Zigarette am besten ab. Während der Deutschen Bunderegierung, ebenso wie der FDA, geeignete Modelle zur finalen Risikobewertung von Tabakerhitzern noch fehlen und daher heute noch unklar bleibt, ob die geringere Schadstoffexposition bei diesen auch tatsächlich zu einer Verringerung der Gesundheitsschädigung führt, können die Gesundheitsrisiken der Nikotin-Aufnahme mit E-Zigaretten bei sachgemäßer Verwendung nachweislich weitgehend minimiert werden.