Frau mit E-Zigarette

Drei neue wissenschaftliche Studien belegen die gesundheitlichen Vorteile von E-Zigaretten im Vergleich zu herkömmlichen Tabakprodukten

Die gesundheitlichen Gefahren, welche von dem Genuss von E-Zigaretten im Vergleich zu herkömmlichen Tabakerzeugnissen ausgehen, werden derzeit gesellschaftlich vielerorts, zumeist im Rahmen von gesundheitspolitischen Maßnahmen zur Sucht- und Risikoprävention, auf intensive und teils leidenschaftliche Weise diskutiert. Drei kürzlich durchgeführte wissenschaftliche Studien belegen nun erneut die deutlich verbesserten gesundheitlichen Auswirkungen einer Verwendung von E-Zigaretten, wenn diese über einen längeren Zeitraum genutzt werden und der gleichzeitige Konsum von Tabakerzeugnissen eingestellt wird. Die innerhalb dieser Studien bestätigten medizinischen Argumente für einen Umstieg zur E-Zigarette bestehen in einer signifikanten Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer deutlichen Reduzierung des Krebsrisikos.

E-Zigarette senkt das Risiko für Herzinfarkte innerhalb von 5 Jahren um 39 Prozent

Die aktuellen Erkenntnisse im Kontext von Herz-Kreislauf-Erkrankungen stammen von der University of Dundee und stützen sich auf eine umfangreiche klinische Studie zur kardiovaskulären Wirkung von E-Zigaretten im Vergleich zu herkömmlichen Tabakprodukten (siehe Quelle 1). Diese erste Studie an insgesamt 114 Patienten ergab, dass ehemalige Raucher, die zum Dampfen wechselten, innerhalb eines Zeitraumes von nur 4 Wochen, eine messbare Verbesserung ihrer Blutgefäßfunktion um 1,5 Prozent zeigten. Die entsprechend verbesserte Herzgesundheit wurde unter Verwendung eines standardisierten FMD-Tests (Fibromuscular Dysplasia) objektiv bewertet. Dieses moderne Verfahren erlaubt es, auf präzise Weise festzustellen, wie weit sich ein einzelnes Blutgefäß öffnen kann. Derzeit laufen weitere Studien, um die gemessenen, positiven Auswirkungen eines Umstiegs auf die E-Zigarette auch über einen längeren Zeitraum zu validieren. Hiervon versprechen sich die Wissenschaftler zahlreiche weitere wichtige Erkenntnisse über die mittel- und langfristigen Auswirkungen eines solchen Umstiegs zur E-Zigarette auf die kardiovaskuläre Gesundheit, einschließlich des Risikos von Herzinfarkten. Die Ergebnisse dieser Studie werden durch eine weitere Studie des Vanderbilt University Medical Center gestützt (siehe Quelle 2). Auch diese Untersuchung zeigte, dass Zigarettenraucher mit einer Raucheranamnese von mindestens 20 Packungen pro Jahr ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen innerhalb von nur fünf Jahren um ganze 39 Prozent senken können, wenn sie auf E-Zigaretten umsteigen oder ganz aufhören zu rauchen.

Deutlich weniger krebserregende Stoffe im Körper von E-Zigaretten Nutzern

In einem Follow-up-Brief an The Lancet schätzen die Forscher somit, dass E-Zigaretten um bis zu 95% weniger schädlich sind als das Rauchen herkömmlicher Tabakerzeugnisse. Oder anders ausgedrückt: Rauchen von Tabakzigaretten ist in etwa zwanzigmal schädlicher als das Verdampfen von E-Zigaretten. Eine weitere wissenschaftliche Studie (siehe Quelle 3), welche vom Roswell Park Cancer Institute und dem University College London gemeinsam durchgeführt und in der renommierten Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde, untersuchte das relative Krebsrisiko, welches von dem jeweiligen Konsum von E-Zigaretten und Tabakzigaretten ausgeht. Diese Studie war mit einer Stichprobe von 181 Rauchern nochmals etwas umfangreicher. Mithilfe von Speichel-, Atem- und Urinproben konnte gezeigt werden, dass der Gehalt an Karzinogenen, also von Krebs erregenden Stoffen in den Körpern von ehemaligen Rauchern, die auf E-Zigaretten umgestiegen waren, im Vergleich zu denjenigen, die anhaltend Tabakerzeugnisse konsumierten, signifikant geringer war.

Verzicht von Tabakprodukten ist Voraussetzung, um gesundheitliche Vorteile der E-Zigarette nutzen zu können

Weiterhin zeigt die Studie, dass bei sogenannten „Kombinationsrauchern“, also bei Menschen, die sowohl Tabakzigaretten als auch E-Zigaretten verwendeten, keine signifikante Reduzierung karzinogener Stoffe und somit auch keine gesundheitlichen Vorteile gegenüber dem reinen Konsum von Tabakerzeugnissen festgestellt werden. Dies verdeutlicht, dass der Umstieg der E-Zigarette hinsichtlich des Krebsrisikos lediglich Vorteile birgt, wenn zugleich auf den Konsum von herkömmlichen Zigaretten gänzlich verzichtet wird. Diese neuen Erkenntnisse können somit helfen evidenzbasierte gesundheitspolitische Strategien zu entwickeln und somit die Gesundheit des Einzelnen, ebenso wie der Gesellschaft künftig besser zu schützen.


Quellen:
1) Vaping less harmful than smoking for vascular health
https://www.dundee.ac.uk/stories/vaping-less-harmful-smoking-vascular-health

2) Association of Smoking Cessation With Subsequent Risk of Cardiovascular Disease
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2748507

3) Nicotine, Carcinogen, and Toxin Exposure in Long-Term E-Cigarette and Nicotine Replacement Therapy Users. A Cross-sectional Study
https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M16-1107